Unsere Fahrzeuge und Einsatztechnik im Überblick
Wer an einem Feuerwehrgerätehaus vorbeiläuft und einen Blick durch das Tor wirft, sieht meist mehr als nur rote Fahrzeuge. Dahinter steckt ein durchdachtes System aus genormten Einsatzmitteln, das im Ernstfall über Erfolg und Misserfolg entscheiden kann. Auch bei der Freiwilligen Feuerwehr Colbitz bilden die Fahrzeuge und ihre Ausrüstung das technische Rückgrat der Einheit – und jedes davon hat eine klare Aufgabe.
Was macht ein Feuerwehrfahrzeug aus?
Nicht jedes Fahrzeug mit Blaulicht ist gleich. In Deutschland sind Feuerwehrfahrzeuge durch DIN-Normen geregelt, die Aufbau, Beladung und Besatzungsstärke genau festlegen. Das sorgt dafür, dass Einsatzkräfte aus verschiedenen Gemeinden bei überörtlichen Einsätzen sofort wissen, was sie erwarten können – und wie das Fahrzeug eines anderen Zuges beladen ist.
Ein Löschgruppenfahrzeug wie das LF 10 etwa transportiert eine vollständige Gruppe von neun Feuerwehrangehörigen und trägt einen standardisierten Satz an Werkzeug, Schläuchen, Pressluftatmern und weiteren Einsatzmitteln mit sich. Die Einheit aus Fahrzeugführer, Maschinist und sieben weiteren Kräften kann damit selbstständig einen Brandeinsatz einleiten und für längere Zeit durchhalten.
Löschfahrzeuge – das Herzstück jeder Ortswehr
Für eine Ortsfeuerwehr wie Colbitz sind Löschfahrzeuge die wichtigsten Einsatzmittel. Sie können sowohl Wasser aus dem eigenen Tank mitführen als auch Hydranten nutzen und über Tragkraftspritzen Wasser aus offenen Gewässern fördern.
Tanklöschfahrzeuge (TLF)
Tanklöschfahrzeuge tragen einen großen Wassertank – häufig zwischen 1.000 und 3.000 Litern – und sind besonders wertvoll in Gebieten, wo die Löschwasserversorgung über Hydranten nicht gesichert ist. In ländlichen Regionen wie der Börde ist das keine Seltenheit. Ein TLF kann sofort ohne externe Wasserversorgung in den Angriff gehen, während parallel Nachschub organisiert wird.
Löschgruppenfahrzeuge (LF / HLF)
Das LF oder in modernerer Ausführung das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) verbindet die Löschkapazität mit technischer Hilfeleistung. Rettungsschere, Spreizer, Hebekissen – dieses Gerät ermöglicht es, auch bei Verkehrsunfällen oder eingeklemmten Personen sofort tätig zu werden. Für eine Gemeindefeuerwehr ist das HLF heute oft das vielseitigste Fahrzeug im Bestand.
Weitere Fahrzeuge und Sonderfahrzeuge
Neben den Löschfahrzeugen verfügen viele Ortswehren über ergänzende Fahrzeuge, die bei bestimmten Einsatzlagen benötigt werden.
Mannschaftstransportfahrzeuge (MTF) bringen zusätzliche Kräfte zur Einsatzstelle, wenn das Löschfahrzeug schon voll besetzt ist – oder sie dienen als Führungsfahrzeug für den Ortswehrführer.
Anhänger spielen ebenfalls eine Rolle: Ein Schlauchwagen (SW) etwa verlängert die Löschleitungen über große Entfernungen, was bei Waldbränden oder entlegenen Objekten entscheidend ist. Atemschutzgeräteträger-Anhänger oder Stromerzeuger-Anhänger erweitern die Kapazitäten, ohne ein vollständiges Sonderfahrzeug anschaffen zu müssen.
Technik, die Leben rettet
Neben den Fahrzeugen selbst ist die Beladung entscheidend. Pressluftatmer ermöglichen den Innenangriff in verrauchten Gebäuden. Wärmebildkameras helfen, Glutnester zu finden und vermisste Personen zu orten. Hydraulisches Rettungsgerät öffnet Fahrzeugkarosserien in Minuten.
Hinzu kommt persönliche Schutzausrüstung: Feuerschutzhaube, Schutzhandschuhe, Überjacke und -hose sowie Helm schützen die Kameradinnen und Kameraden im Einsatz. Diese Ausrüstung ist keine Selbstverständlichkeit – sie wird regelmäßig geprüft, gewartet und bei Bedarf erneuert.
Einen guten Überblick über die Normung und Typenvielfalt deutscher Feuerwehrfahrzeuge bietet der entsprechende Wikipedia-Artikel zu Feuerwehrfahrzeugen in Deutschland, der die verschiedenen Fahrzeugklassen und ihre Normen systematisch aufschlüsselt.
Fahrzeugpflege – Aufgabe der ganzen Mannschaft
Ein Löschfahrzeug ist nur so gut wie sein Wartungszustand. Bei der Freiwilligen Feuerwehr Colbitz gehört die regelmäßige Fahrzeugpflege zum festen Bestandteil des Dienstbetriebs. Jede Woche werden Fahrzeuge kontrolliert, Geräte geprüft, Schläuche gereinigt und neu gekuppelt. Das kostet Zeit – Zeit, die die Ehrenamtlichen freiwillig aufbringen.
Wer also das nächste Mal ein rotes Fahrzeug mit Blaulicht und Martinshorn sieht, weiß: Dahinter stecken viele Stunden stiller Arbeit, technisches Know-how und der Wille, für die Gemeinschaft da zu sein – auch mitten in der Nacht.