Ffw Colbitz

Ausbildung bei der Feuerwehr: Was Neue bei der FFW Colbitz erwartet

· Freiwillige Feuerwehr Colbitz

Wer neu zur Freiwilligen Feuerwehr Colbitz stößt, steht am Anfang eines strukturierten Ausbildungswegs. Kein Einsatz ohne Vorbereitung – das ist eine der Grundregeln des Feuerwehrwesens. Was viele Interessierte überrascht: Die Ausbildung ist deutlich umfangreicher und abwechslungsreicher, als sie von außen wirkt. Und sie macht Spaß.

Der erste Schritt: Probezeit und Eingewöhnung

Bevor der eigentliche Lehrgang beginnt, lernen neue Mitglieder den Alltag der Wehr kennen. Dienstagabends im Gerätehaus, Fahrzeuge besichtigen, Kameraden kennenlernen, erste Handgriffe üben. Diese Phase ist bewusst offen gehalten – wer merkt, dass die Feuerwehr nichts für sie oder ihn ist, soll das ohne Druck herausfinden können. Wer bleibt, tritt offiziell in die Wehr ein und beginnt die Grundausbildung.

Truppmann Teil 1: Das Fundament

Die erste formale Ausbildungsstufe heißt Truppmann Teil 1 und dauert mindestens 70 Unterrichtsstunden. Sie wird in der Regel auf Kreisebene organisiert – im Falle von Colbitz also im Landkreis Börde. Hier bekommen Neulinge das gesamte Grundhandwerk der Feuerwehr vermittelt:

  • Brandlehre: Wie entsteht Feuer, wie breitet es sich aus, welche Löschmittel wirken wie?
  • Fahrzeugkunde: Welche Fahrzeuge hat die Feuerwehr, was befindet sich wo an Bord?
  • Gerätekunde: Schläuche, Verteiler, Strahlrohre, Atemschutzgeräte, hydraulische Rettungsgeräte – alles will benannt und bedient werden.
  • Erste Hilfe: Ein 16-stündiger Erste-Hilfe-Kurs ist fester Bestandteil, kein optionaler Zusatz.
  • Rechtsgrundlagen: Aufbau der Feuerwehr, Aufgaben, Rechte und Pflichten der Einsatzkräfte.

Am Ende steht eine Abschlussprüfung – theoretisch und praktisch. Wer besteht, ist Truppmann und darf auf Einsätzen im Innenangriff oder an der Leiter mitarbeiten, sofern alle Voraussetzungen erfüllt sind.

Truppmann Teil 2: Praxis vor Ort

Der zweite Teil der Grundausbildung läuft anders ab. Hier geht es nicht mehr um allgemeines Grundwissen, sondern um ortsspezifisches Einsatzwissen. Die mindestens 80 Stunden werden in der Regel über zwei Jahre im laufenden Dienstbetrieb der eigenen Wehr abgeleistet.

Für neue Mitglieder der FFW Colbitz bedeutet das: Sie lernen das Einsatzgebiet kennen. Welche Straßen gibt es im Ort und in den umliegenden Gemeinden? Wo sind Hydranten, Wasserentnahmestellen, besondere Gefahrenschwerpunkte wie Gewerbebetriebe oder landwirtschaftliche Gebäude? Wie arbeiten die Trupps der FFW Colbitz im konkreten Einsatz zusammen? Dieses Wissen lässt sich nicht aus einem Lehrbuch lernen – es entsteht durch gemeinsame Übungen, Ausfahrten und den Austausch mit erfahrenen Kameraden.

Atemschutz: Ein besonderer Baustein

Wer im Innenangriff tätig sein möchte – also im verrauchten Gebäude mit Pressluftatmer –, braucht eine zusätzliche Atemschutzausbildung. Diese Qualifikation ist körperlich anspruchsvoll und erfordert regelmäßige Einsatzübungen sowie eine jährliche arbeitsmedizinische Untersuchung (G26.3). Nicht jedes Mitglied muss Atemschutzgeräteträger werden, aber wer es anstrebt, erhält bei der FFW Colbitz gezielte Vorbereitung.

Weiterbildung: Truppführer und mehr

Nach der erfolgreichen Grundausbildung öffnen sich weitere Stufen. Der Truppführerlehrgang – ebenfalls auf Kreisebene – bereitet darauf vor, kleine Einheiten selbst zu führen und Entscheidungen unter Stress zu treffen. Danach können Gruppenführer-, Zugführer- oder Führungsassistentenlehrgänge folgen.

Für besondere Aufgaben gibt es Speziallehrgänge: Technische Hilfe, Absturzsicherung, Motorsäge, Gefahrgut. Wer Interesse und Eignung mitbringt, findet bei der Feuerwehr einen langen Weg der Weiterentwicklung.

Für Lehrgänge auf Landesebene ist das Institut für Brand- und Katastrophenschutz Heyrothsberge die zentrale Anlaufstelle in Sachsen-Anhalt. Hier werden unter anderem Führungspersonal und Spezialisten ausgebildet.

Von der Jugendfeuerwehr in den aktiven Dienst

Wer die Jugendfeuerwehr Colbitz oder die Löschzwerge durchlaufen hat, bringt beim Einstieg in den aktiven Dienst bereits eine gute Grundlage mit. Vieles – Gerätekunde, Teamarbeit, Disziplin im Einsatz – ist dort schon in kindgerechter Form vermittelt worden. Der Übergang mit 17 oder 18 Jahren in den aktiven Bereich fühlt sich für diese jungen Kameraden oft weniger wie ein Neustart an, sondern eher wie das nächste Kapitel.

Was wirklich zählt

Ausbildungszeiten und Lehrgänge lassen sich planen. Was sich nicht planen lässt, ist der Moment, in dem man das erste Mal wirklich gebraucht wird – und merkt, dass die Übungen wirklich vorbereitet haben. Die Feuerwehr Grundausbildung bei der FFW Colbitz ist kein bürokratischer Pflichtparcours. Sie ist der Weg, aus einem Neuzugang eine verlässliche Einsatzkraft zu machen.

Wer Interesse hat, ist herzlich willkommen, einfach an einem Dienstagabend vorbeizuschauen.